Im akademischen Jahr 2017/18 begrüßen wir 24 Postdoc-WissenschaftlerInnen aus 14 Ländern in Berlin

Mi 11 Okt 2017

Als Fellows erhalten sie die Möglichkeit, im Rahmen der Forschungsprogramme des Forums gemeinsam an ihren eigenen Projekten zu arbeiten und sich mit KollegInnen aus Deutschland zu Fragen der Neubewertung der sowjetischen oder iranischen Avantgarde, der politischen Theologie der arabischen postkolonialen Ordnung oder zu neuen und alten Grenzziehungen in den Gesellschaften des Nahen Ostens, West- und Osteuropas auszutauschen.

Im Forums-Programm Europa im Nahen Osten – Der Nahe Osten in Europa (EUME), das Verflechtungen und Grenzziehungen zwischen dem Nahen Osten und Europa erforscht, wird sich die Historikerin Seda Altug (Istanbul) mit der Politik ethnischer und religiöser Differenz im Syrien der französischen Mandatszeit befassen, der Anthropologe Yektan Türkyilmaz (Istanbul) mit dem Kontext und Nachleben des Armenischen Genozids. Die libanesische Sozialpsychologin Lamia Moghnieh arbeitet zur Psychologisierung sozialer Veränderungen und politischer Gewalt im Libanon, die Syrerin Racha Chatta analysiert Themen von Migration, Krieg und Gewalt in zeitgenössischen arabischen Graphic Novels und die amerikanische Politikwissenschaftlerin Wendy Pearlman beginnt ihr nächstes Projekt zu den Exil- und Integrationserfahrungen syrischer Flüchtlinge in Deutschland. Fatima Tofighi, eine Religionswissenschaftlerin aus Qum, arbeitet zu dem Projekt einer modernen Kulturgeschichte des weiblichen Körpers im Iran und die Ägypterinnen Alia Mossallam und Pascale Ghazaleh rekonstruieren alternative Geschichts- und Gemeinschaftsnarrative.

Über das Forschungsprogramm Prisma Ukraïna – Research Network Eastern Europe kommen außerdem zwei Wissenschaftlerinnen aus Osteuropa ans Forum. Die Anthropologin Iuliia Buyskykh geht in ihrer Forschung der Bedeutung von Grenzen als imaginäre Horizonte in Osteuropa nach. Mit dem grenzüberschreitenden Transfer von Wissen über Ethnie und Rasse in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts befasst sich die Historikern Olga Linkiewicz.

Im Forschungsprogramm Art Histories and Aesthetic Practices arbeiten Combiz Moussavi-Aghdam zur Frage alternativer Modernismen im Iran, Sanja Savkic über Raumwahrnehmung und ästhetische Erfahrung in den Ritualen der Maja. Fortgesetzt wird die Kooperation mit dem Programm »Connecting Art Histories in the Museum« (CAHIM), dessen Fellows sich in den Berliner Museen unter anderem mit den Koranmanuskripten (Alya Karame), der Architektur auf dem Dekkan, Indien (Subhashini Kaligotla), der Porträtmalerei im späten Chinesischen Kaiserreich (Ning Yao) sowie der Zirkulation und Reproduktion von Kunst um 1900 (Max Koss) und dem Konzept / nkishi/ aus Zentralafrika (Bruno Sotto Mayor) befassen.

Die Fellows sind – je nach fachlicher Spezialisierung – an Berliner Universitäten und Forschungs-einrichtungen assoziiert. Sie präsentieren und diskutieren ihre Arbeiten regelmäßig in Seminaren, Konferenzen und Workshops am Forum. Über die wissenschaftlichen Blogs des Forums, insbesondere »TRAFO – Blog for Transregional Research« (trafo.hypotheses.org) werden die Debatten, Ideen und Forschungsergebnisse einer größeren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Termine und weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Homepage www.forum-transregionale-studien.de sowie der Broschüre »Programm und Fellows 2017/2018«.

Das Forum Transregionale Studien in Berlin ist eine Forschungsorganisation zur inhaltlichen Internationalisierung der Geistes‐ und Sozialwissenschaften. Es eröffnet Freiräume für die Zusammenarbeit von WissenschaftlerInnen zur Verhandlung unterschiedlicher regionaler und disziplinärer Perspektiven und bietet die Möglichkeit, Forschungsideen und ‐vorhaben zu erproben und zu entwickeln. Es beruft WissenschaftlerInnen aus aller Welt als Fellows. In Kooperation mit Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Berlin und dem Bundesgebiet führt das Forum transregionale Forschungsprogramme durch, die neue Fragestellungen aus der Perspektive unterschiedlicher Weltregionen vergleichend und in ihrer gegenseitigen Verknüpfung bearbeiten. Das Forum wird vom Land Berlin gefördert. Im Bereich der Internationalisierung kooperiert es mit der Max Weber Stiftung. Diese Kooperation wird vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung gefördert.

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