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Katja Eydel

Katja Eydel ist eine in Berlin lebende Künstlerin. Ihr Werdegang begann mit Gruppenprojekten mit Künstlern, Aktivisten und Theoretikern. In ihren Einzelarbeiten arbeitet sie hauptsächlich mit dem Medium der Fotografie und des Films zu Themen aus den Bereichen Politik und Ästhetik. Ihre Interessen liegen in den Realitäten sozialer Visionen, die ihre Wurzeln in politischen Umbrüchen, utopischen Bewegungen oder traditionellen Systemen haben. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist, wie Politik und politische Absichten in ästhetischer Form umgesetzt werden. Die Frage und das Problem der Repräsentation, sowohl im politischen als auch im visuellen Sinn, werden im Kontext ihrer Arbeiten behandelt.

Ein Beispiel ihrer Arbeit ist Model ve Sembol, eine Dokumentation sowohl des visionären und utopischen Rahmens, der der Gründung der modernen Türkei zugrunde liegt, als auch der sozialen Wirklichkeit des gegenwärtigen Staates. In ihren Fotografien untersucht Katja Eydel diesen Kontext durch die verschiedenen ideologischen Stadien seit der Gründung der Republik Türkei und ihre ästhetischen Darstellungen. Schwerpunkte des Projekts sind die Architektur- und Stadtplanungsgeschichte als urban-räumlicher Ausdruck des neuen Staats, die Inszenierung von Feiertagen und die Modelleinrichtungen, die während des Modernisierungsprozesses geschaffen wurden.

Katja Eydel studierte Philosophie, Germanistik und Politikwissenschaft an der Universität Köln und Fotografie an der Fachhochschule Bielefeld. Seit 2001 lehrt sie international und ist seit 2008 Professorin für Fotografie an der Merz Akademie Stuttgart. Ihre Arbeit wurde durch mehrere Stipendien unterstützt, wie den Kunstfonds Bonn, das Postgraduate Program Goldrausch - Female Artist Project art IT, den Ausstellungs- und Katalogförderpreis der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftung und ein Stipendium des Senats für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Berlin. Sie war artist in residence der Künstlerstätte Bleckede, des Künstlerhauses Büchsenhausen, Innsbruck, und am Contemporary Art Centre Istanbul.

Ausgewählte Ausstellungen: 2011 Model ve Sembol, Milli Reasürans Sanat Galerisi, Istanbul; 2009/10 Modernologies, MACBA, Barcelona, Museum of Modern Art, Warschau; 2009 Migration, Haus der Kulturen der Welt Berlin; 2006/07 Model ve Sembol, Kunstverein Göttingen, Neue Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin, Kunstverein Salzburg, Centre d'Art Pasarelle Brest; 2006 1996 – 2006, Künstlerhaus Büchsenhausen; 2004 What if I could be anything?, Kunstbank Berlin; 2002 Ökonomien der Zeit, Akademie der Künste Berlin, Museum Ludwig Köln, Migros Museum Zürich; Zielscheiben-Kampagne 99, Plattform Berlin; 2001 Die Gewalt ist der Rand aller Dinge, Generali Foundation Wien.

Ihre Veröffentlichungen umfassen: Model ve Sembol. Die Erfindung der Türkei (Sternberg Press: Berlin/New York, 2006); Teilt mit (Goldrausch artIT: Berlin, 2006); Belgrad Interviews (mit Katja Diefenbach) (b_books: Berlin, 2000).

Filmographie: 2011 Fahrstuhlvideo-Installation, DVD, 2.03 min loop; 2008 Out in the Light (mit Martin Ebner und Klaus Weber), DVD, 17 min 54 sec, 2005-2008; Ping Pong d'amour - Nouvelle Vague Soap, 3 Reihen mit je vier Folgen, Beta SP 160 min, 1997-2005; Station A-clip, 35 mm, 1 min 3 sec, 2003; Infosäule A-clip, 35 mm, 1 min 29 sec, 1997; B-Aktie A-clip, 35 mm, 1 min 35 sec, 1997.