
Gilles Aubry
Gilles Aubry ist ein schweizerischer Tonkünstler mit Wohnsitz in Berlin. Er verwendet Aufnahmen von Umweltgeräuschen, Computerprogrammierung, Surround-Sound-Technologie und Improvisation für Live-Performances, Soundinstallationen, CD- und Radiostücke. Grundlage der Arbeit von Gilles Aubry ist die persönliche Erforschung von formalen, wahrnehmenden und anthropologischen Aspekten der Tonerzeugung und –rezeption, darunter Hörwahrnehmung, kulturelle Akustik und die Geschichte der Klangtechnologie. Gilles Aubrys künstlerische Methode zielt darauf ab, mit einer transhistorischen und atemporalen Auffassung von Musik zu brechen. Seine auditive Herangehensweise an das Wirkliche stellt eine Verbindung zu einer Tradition kritischer Dokumentierung her und bietet dabei eine echte Alternative zur visuellen Darstellung mithilfe der Spezifizität des Klangs als Medium der Kommunikation und des Ausdrucks.
Als Beispiel hierfür begann sein letztes Projekt (2010) mit Feldforschung zur Wandlung der schweizerisch-französischen Grenze innerhalb des Kontexts der EU in Verbindung mit einer kritischen Analyse der Geschichte der Klangwiedergabe und insbesondere der Technologie. Die Arbeit ist eine Klanginstallation, die Surround-Soundaufnahmen mit Bildern dieser speziellen Grenze und einem theoretischen Text verbindet. Zu seinen weiteren Arbeiten zählen die klangliche Dokumentierung von Berliner Innenhöfen (2007, bei der Phonurgia Nova Competition 2008 ausgezeichnet) oder eine Komposition, die während eines Aufenthalts in Kairo gesammelte Tonaufnahmen enthält (2009, Erstausstrahlung im Deutschlandradio).


