Zukunftsphilologie

Burcu Gürsel

studierte Vergleichende Literaturwissenschaften an der University of Chicago und promovierte an der University of Pennsylvania.

Vor ihrer Promotion unterrichtete sie an der University of Pennsylvania und der Université de Paris 7. Bis vor kurzem lehrte sie Literaturwissenschaften an der Sabançi University in Istanbul. Ihr Buchprojekt „Invasive Translations: Violence and Mediation of the False-Colonial, France and Ottoman Egypt (1780-1840)“ untersucht, auf ihrer Dissertation aufbauend, die Homologien zwischen Auffassungen von politischer Übertragbarkeit in den scheinbar unvereinbaren Kontexten Frankreichs und des osmanischen Ägyptens im späten 18. Jahrhundert. Das Projekt untersucht die napoleonische Invasion Ägyptens (1798-1801), die Institutionalisierung des französischen Orientalismus und der Ägyptologie sowie die beginnenden osmanisch-ägyptischen Modernisierungs-/Übersetzungsreformen als „false-colonial sites“. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den politischen Konzeptualisierungen der Rolle des Übersetzers in Zeiten der Transformation: der Übersetzer wird von einer privilegierten Figur politischer Vermittlung zu der eines Experten im Zuge militärischer Invasion und Expansion. In ihrer Arbeit versucht Gürsel zu erfassen, auf welche Weise multilinguale literarische, theoretische oder historische Texte und sich auf vielfältige Weise überschneidende historische Ereignisse und kulturelle Kontexte sich gegenseitig erhellen.